Praktika in der Waldwirtschaft

Orientierung, Vertiefung, Spezialisierung

Ein Praktikum bietet die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln, neue Arbeitsbereiche kennenzulernen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Praktikantinnen und Praktikanten erhalten Einblicke in verschiedene Tätigkeiten, werden fachlich begleitet und arbeiten schrittweise selbstständiger. Es handelt sich also um eine zeitlich begrenzte Tätigkeit mit Lerncharakter.

Welche Arten von Praktika gibt es?

Praktika können zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der beruflichen Laufbahn absolviert werden – vor, während oder nach einer Ausbildung. Je nach Zeitpunkt stehen unterschiedliche Ziele im Vordergrund. Die wichtigsten Arten von forstlichen Praktika in der Schweiz werden hier kurz porträtiert:

a) Vorstudien- oder Orientierungspraktikum

Richtet sich an Personen, die sich für ein Berufsfeld interessieren oder eine Ausbildung vorbereiten. Sie helfen, die eigenen Interessen und Erwartungen mit dem tatsächlichen Berufsalltag zu vergleichen. Praktikantinnen und Praktikanten erhalten einen praxisorientierten Einblick, sammeln erstes Fachwissen und wichtige Erfahrungen für die Ausbildung.

In der Forstwirtschaft in der Schweiz betrifft dies insbesondere das Vorstudienpraktikum für den Bachelorstudiengang „Waldwissenschaften“ an der Berner Fachhochschule HAFL.

    • Zeitpunkt: vor Beginn des Studiums (obligatorisch, vgl. Voraussetzung)
    • Voraussetzung: gymnasiale Maturität, Berufsmaturität oder gleichwertige schulische Vorbildung
    • Dauer: 12 Monate
    • Details: Vorstudienpraktikum Waldwissenschaften BFH-HAFL

 

b) Praktikum während der Ausbildung (Bestandteil der Ausbildung)

Ergänzt die Theorie mit Praxis und unterstützen beim Einstieg ins Berufsleben. Mit der Wahl eines passenden Praktikumsbetriebs können je nach Interesse der Praktikantinnen und Praktikanten erste praktische Themen vertieft werden. Erlernte Kenntnisse können angewendet und vertieft werden. Gleichzeitig werden neue praktische Kompetenzen gefördert und erste Berufserfahrungen gesammelt. Praktikantinnen und Praktikanten gewinnen ein Verständnis für den Berufsalltag und die beruflichen Möglichkeiten.

In der Forstwirtschaft in der Schweiz betrifft dies insbesondere die Ausbildung als Förster/-in oder den Masterstudiengang «Umweltnaturwissenschaften» an der ETH Zürich.

Modul «Praktikum» (Förster/-in):

Berufspraxis (Mater Umweltnaturwissenschaften ETHZ):

  • Zeitpunkt: während dem Masterstudium (obligatorisch)
  • Voraussetzung: eingeschrieben in den Masterstudiengang oder die dafür nötigen Voraussetzungen erfüllend
  • Dauer: min. 18 Wochen (Vollzeitstelle) – ca. 4.5 Monate
  • Details: Berufspraxis | ETH Zürich

c) Praktika nach abgeschlossener Ausbildung

Dienen dem Sammeln von Berufserfahrung, der Spezialisierung oder der Weiterbildung. Sie erleichtern den Übergang in das Berufsleben oder in ein neues Tätigkeitsfeld. Ausserdem können sie die berufliche Weiterentwicklung unterstützen.

In der Forstwirtschaft in der Schweiz betrifft dies insbesondere das freiwillige Berufspraktikum nach abgeschlossenem Studium (Waldwissenschaften oder Umweltnaturwissenschaften).

 

Wo finde ich eine forstliche Praktikumsstelle?

Forstliche Praktikumsstellen werden meist von Forstbetrieben und Forstunternehmen, kantonalen Forstdiensten, Gemeinden oder Umweltorganisationen angeboten. Ausschreibungen finden sich auf den jeweiligen Webseiten der Praktikumsanbieter sowie auf gängigen Jobportalen, die meist eine eigene Rubrik für Praktika führen. Auch das persönliche Netzwerk kann hilfreich sein. Manchmal lohnt sich zudem eine direkte Kontaktaufnahme per Telefon oder eine Spontanbewerbung.

Nützliche Adressen: